Stefanie Geringer, Marathontraining neben einem Vollzeitjob – eine Frage des ZeitmanagementsBeinahe alle in meinem Umfeld, insbesondere jene, mit denen ich beruflich zu tun habe und die wissen, wie viel ich arbeite und beruflich voranbringe, reagieren zum einen überrascht und zollen mir zum anderen Respekt, weil ich mich ambitioniert auf mehrere Laufbewerbe im Jahr (üblicherweise zwei Marathons im Frühjahr bzw Herbst plus Testwettkämpfe) vorbereite und hierfür beinahe täglich trainiere. Dabei macht das Laufen selbst nur einen Teil meines Trainingsprogramms aus: Um das intensive und den Körper stark beanspruchende Marathontraining durchzuhalten, ohne unentwegt mit Beschwerden und Verletzungen kämpfen zu müssen, mache ich zusätzlich zwei Mal pro Woche Kraftausdauertraining mit freien Gewichten und versuche, meine Grundlage durch zusätzliche Einheiten am Crosstrainer, Ergometer oder auf meinem Rennrad möglichst variantenreich auszubauen. Daneben versuche ich, so oft wie möglich spezielle Übungen für Gelenksstabilität und Mobilität in den Alltag zu integrieren, die mir mein Physiotherapeut gezeigt hat, und für die Beweglichkeit praktiziere ich auch Yoga. Da drängt sich natürlich die Frage auf: „Wann machst du das alles?“

Ausreichend Schlaf

Natürlich ist es nicht so, wie manche (scherzhaft) vermuten, dass ich nicht mehr schlafe. 😉 Im Gegenteil, gerade weil ich so intensiv trainiere, versuche ich, mindestens sieben (eher acht) Stunden Schlaf zu bekommen. Vielmehr läuft es darauf hinaus, dass ich mir meine Woche sehr genau durchplane und meine Pläne entsprechend effizient durchziehe. Klingt vielleicht „unsexy“, aber auch meine Tage haben nur 24 Stunden.

Routinen

Was mir sehr hilft, sind Routinen. Unter der Woche gehe ich zB fast immer direkt nach dem Aufstehen trainieren. Wenn es im Winter noch dunkel ist oder ich vielleicht mal keine Lust haben sollte, denke ich dann gar nicht mehr darüber nach, ob ich überhaupt laufen gehen will, weil es schon so in meinem Hirn verankert ist, dass ich mir fast automatisch meine Laufkleidung und meine Laufschuhe anziehe und rausgehe. Daneben hole ich mir Motivation von Profis wie Andrea Mayr oder Anja Scherl: Wenn die es schaffen, neben einem Vollzeitjob in der Weltspitze mitlaufen zu können, dann sollte ich es auch schaffen, für mein Leistungslevel ein entsprechendes Training durchzuziehen.

Trainingsanpassungen

Auch wenn sich damit der Alltag gut strukturieren lässt, so stehe ich, trotz aller Planung, immer wieder vor Herausforderungen, zB wenn ich auf Konferenzen fahre und dann womöglich sehr limitiert in meinen Trainingsmöglichkeiten bin, weil die Tage sehr lang dauern und ich vor Ort nicht dasselbe Equipment zur Verfügung habe wie in meinem Fitnessstudio zu Hause. Dann muss ich meine Trainingstage oft tauschen oder auch anders trainieren. Über die Jahre habe ich hierfür ein gewisses Gefühl entwickeln können und kann mir den Trainingsplan entsprechend anpassen, bin aber nach wie vor sehr dankbar, in solchen Situationen mit Lissi Rücksprache halten zu können und mir meine Änderungen bestätigen zu lassen. Gerade weil sie selbst neben ihrem Beruf nach wie vor auf hohem Niveau trainiert, versteht sie meine Situation umso besser und hat auch aus ihrer Zeit als Profi noch den einen oder anderen hilfreichen Tipp für mich parat. Mich mit ihr abzustimmen, ist auch deshalb wichtig, weil sie wissen muss, ob ich mein Training wie geplant absolvieren konnte oder was ich geändert habe, um mir für die darauffolgenden Wochen ein sinnvolles, qualitatives Training planen zu können, das mich nicht überfordert. Sich zu verschweigen, um „keine Schimpfer zu bekommen“, wäre in solchen Situationen definitiv der falsche Weg.

Vorausplanung

Mein Fazit: Mit entsprechender Vorausplanung lässt sich ein volles, ambitioniertes Marathontraining sehr gut auch neben einem fordernden, zeitintensiven Beruf absolvieren. Um sich dabei voll auf die Einheiten konzentrieren können, hilft es ungemein, sich für das Erreichen der gesteckten Ziele Hilfe zu holen und sich die Trainingspläne von einer erfahrenen Trainerin wie Lissi schreiben zu lassen.

Stefanie Geringer

Stefanie Geringer

…kann ihre Fähigkeiten auf langen Läufen erst so richtig ausspielen – ihre Leidenschaft ist deshalb auch der Marathonlauf. Zur Abwechslung zieht es sie auch mal in hügeliges und bergiges Gelände, beim Auf und Ab holt sie sich die mentale Stärke für die Straße. Sie bloggt vor allem zu den Themen Marathontraining, Kraft- und Alternativtraining und die optimale (vegane) Ernährung für Läufer.