Aus Fehlern lernt man…

Von |2018-12-14T10:13:50+00:002018/12/14|

Adina ZimmermannNach dem Trainingsplan von Tristyle, unter der Obhut von Lissi trainierend, habe ich schon einiges gelernt.
Vor allem das Wichtigste: Der Trainer, die Trainerin hat immer recht und man sollte immer das tun, was sie einem vorschlagen!
Wie ich das gelernt habe? Leider, auf die harte Tour.

An dieser Stelle sei noch gesagt, dass ich zu weilen sehr dickköpfig sein kann :). Daher ist es auch nicht immer leicht, sich Fehler einzugestehen, ganz zu schweigen davon, darüber zu schreiben, sodass es alle lesen können. Aber auch das gehört zum Training dazu. Schließlich will man ja in allen Bereichen besser werden. Hier meine zwei Erfahrungsberichte, wie man es eben nicht machen sollte.

…darum ist einer nicht genug

Den ersten Fehler beging ich in der Woche vor meinem Laktattest. Super motiviert bildete ich mir ein, genau jetzt wieder in mein Krafttraining einzusteigen. Das dieses Vorhaben so kurz vor meinem Test, den man wie einen Wettkampf behandeln sollte, nicht unbedingt sinnvoll war, habe ich natürlich nicht bedacht. Knapp 30 Minuten lang machte ich Squats, Push-ups und was sonst noch so alles meine Runtastic Results App von mir forderte. Ich versuchte zwar es nicht ganz zu übertreiben und auf meinen Körper zu hören aber leichter gesagt als getan. So spürte ich am nächsten Tag so einige Muskeln, von denen ich noch nicht einmal wusste, dass ich diese besitze. Hier überkamen mich das erste Mal die Gedanken: „Was habe ich mir nur dabei gedacht?“ und vor allem: „Wie blöd muss man eigentlich sein?“. Zum Glück bekam ich meinen leichten Muskelkater schnell wieder in den Griff, sodass ich für den Laktattest wieder fit war.
Den Todesstoß gab ich mir dann aber genau eine Woche vor meinem Hauptwettkampf…

Hochmut kommt vor dem Fall

Adina ZimmermannAls Trail Running Enthusiastin kann ich mir keine Gelegenheit zum Ausüben dieser Sportart entgehen lassen. So war ich natürlich gleich Feuer und Flamme, als die Adidas Runners das letzte Trail Event des Jahres ankündigten. Dieser Lauf sollte genau am Sonntag vor meinem Halbmarathon stattfinden. Wie Lissi davon erfuhr, riet sie mir natürlich gleich von einer Teilnahme ab. Auch wenn ich es gewohnt bin bergauf und bergab zu laufen, ist die Regenerationszeit für einen 8 km Run mit fast 650 Höhenmetern nicht zu unterschätzen. Aber genau das habe ich gemacht. Fest im Glauben, dass ich mich und meinen Körper gut kenne, ignorierte ich die gut gemeinten Ratschläge meiner Trainerin und versprach ihr nur, dass ich es nicht übertreiben werde. Und tatsächlich! Auf dem Hinweg wanderte ich gemütlich den Berg hinauf und ließ mich von nichts und niemanden hetzen. Im Gegenteil, ich genoss die herrliche Landschaft und war auch noch richtig stolz auf mich, dass ich mein Versprechen einhielt. Oben angekommen war ich von dem atemberaubenden Panorama sprachlos und auch die Aussicht auf einen anschließenden Long Run (laut Trainingsplan) konnte meine Stimmung noch nicht trüben. Bergab konnte ich es mir dann nicht nehmen lassen, doch etwas mehr Gas zu geben und den Berg hinabzufliegen. Allerdings unten merkte ich zum ersten Mal, wie kräfteraubend der Tag doch bisher schon war. Ein weiterer Lauf war somit definitiv nicht mehr drinnen. Zu Hause versuchte ich noch etwas „damage control“ zu betreiben, in dem ich mich ausgiebig dehnte aber nichts konnte mich auf den nächsten Tag vorbereiten.

Fazit: Ich hoffe ich habe wirklich etwas daraus gelernt

Adina ZimmermannAm nächsten Morgen dachte ich, eine bösartige Fee hätte mich über Nacht in Pinocchios Schwester verwandelt. Ich konnte mich so gut wie gar nicht mehr bewegen. Alle Gliedmaße waren steif und jeder Muskel schrie bei der kleinsten Anstrengung. Erst jetzt realisierte ich, welchen fatalen Fehler ich begangen hatte. Ich hatte mich nicht nur komplett überschätzt und übernommen, sondern zudem auch noch meiner Trainerin kein Vertrauen geschenkt. Zu stolz und viel zu beschämt, erzählte ich Lissi nicht, wie es mir tatsächlich ging. Stattdessen biss ich durch und trainierte fleißig weiter. Nebenher dehnte ich wie eine Verrückte und siehe da, bis zum Halbmarathon war ich auch schon wieder mehr oder weniger fit. Ich bin allerdings überzeugt davon, dass es mir noch viel besser gegangen wäre, wenn ich auf den kleinen Ausflug verzichtet hätte.

Jetzt bin ich auf jeden Fall ein bisschen schlauer geworden und werde mich in der Zukunft von solchen Aktionen fernhalten.

Adina Zimmermann

Adina Zimmermann

…ambitionierte Hobbyläuferin immer wieder auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Seit kurzem auch im Trail Bereich aktiv und eher auf den längeren Distanzen zu Hause. In ihren Blogs berichtet Sie von ihrem Trainingsalltag und ihren Wettkämpfen.